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Neuerungen der Unfallversicherung

Reformierung der Unfallversicherung

 

Der deutsche Arbeitsminister Franz Müntefering plant eine Reformierung der gesetzlichen Unfallversicherung, die zurzeit von der großen Koalition erarbeitet wird. Wenn die Regierung die Reformierung verabschiedet, werden die Neuerungen ab dem Jahr 2009 gültig sein.

Die gesetzliche Unfallversicherung sichert im Moment etwa 70 Millionen Personen der deutschen Bevölkerung ab. Sie versorgt Personen während und nach einem möglichen Schul-, Arbeits- und Wegunfall. Kann zum Beispiel ein Arbeitnehmer nach einen Arbeitsunfall nicht mehr arbeiten gehen zahlt ihm die gesetzliche Unfallversicherung eine monatliche Rente oder leistet einen Schadensersatz bei Verletzungen wie den Verlust von Körperteilen. Die Reform sieht vor, dass anstatt einem pauschalisierten Lohnersatz, der Geschädigte eine monatliche Rente in Höhe seines bisherigen Gehaltes bekommt, also seinen Erwerbsschaden vollständig ersetzt. Ein Beispiel: Ein Steuerfachangestellter verdient ein monatliches Nettoeinkommen von 1.900 Euro. Durch einen Autounfall, erleidet sein Hirn schwere Schäden, weshalb der Steuerfachangestellte seiner Arbeit überhaupt nicht mehr nachkommen kann. Nach der momentanen Gesetzgebung würde er eine monatliche Rente von etwa 1.200 Euro erhalten. Mit der neuen Reform kann der Angestellte mit einer vollständigen Lohnersatz in Höhe einer monatlichen Rente von 1.900 Euro rechnen. Des Weiteren erhält er zusätzlich im Monat einen Schadensersatz für seine Hirnverletzung in Höhe von etwa 1.000 Euro. Der Schwerverletzte hat folglich einen großen Vorteil aus der Erneuerung der gesetzlichen Unfallversicherung. Es gibt aber auch „Verlierer“ bei der Reform.

Ein Altenpfleger zieht sich einen schweren Schaden am Rücken zu und kann aufgrund der Verletzung nicht mehr seiner aktuellen Beschäftigung nachgehen. Da er aber noch als Bürokaufmann arbeiten kann, macht er eine Umschulung. Als Altenpfleger verdiente er 1.300 Euro im Monat, in seinem neuen Job könnte er 1.200 Euro bekommen. Da ihm aber der Arbeitsweg zu groß ist schlägt er das neue Arbeitsangebot als Bürokaufmann aus und kommt einer geringfügig bezahlten Beschäftigung nach (zum Beispiel 400 Euro Job). Da er die neue Arbeitsstelle abgelehnt hat, erhält er bei der Reform keinen monatlichen Ersatz. Nach der derzeitigen Regelung würde er allerdings noch 450 Euro erhalten.

 

Fazit:

Es sticht ganz klar heraus, dass mit der Reformierung der Unfallversicherung die Schwerverletzten deutlich finanziell unterstützt werden. Hingegen sind die „Leichtverletzten“ eher benachteiligt werden!



 
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